Haftung beim Golfen

Golfball gegen Auto

Wer seinen Ball verschlägt und dadurch einen Anderen schädigt, der haftet auf Schadenersatz. Trifft der Golfspieler mit seinem Ball ein Auto, würde die Privathaftpflichtversicherung des Verursachers für die Regulierung eintreten.

 

Wenn der Verursacher nicht zu ermitteln ist

Der Geschädigte kann sich in diesem Fall an den entsprechenden Golfclub wenden. Dieser ist ebenfalls als Betreiber des Golfplatzes haftpflichtversichert.
Der Schaden wird somit auch bei Verursachung durch eine nicht feststellbare Person reguliert.

 

Personenschaden durch Golfer an Golfer

Wenn ich durch einen Golfball einen anderen Golfspieler auf dem Platz verletze, so hafte ich auch für diesen Schaden. Eine ggf. bestehende Privathaftpflichtversicherung tritt für die Regulierung ein. Jeder muss sich jedoch auf dem Golfplatz rücksichtsvoll verhalten und darauf achten, dass er niemanden gefährdet oder selbst gefährdet wird.
Wenn ich mich z.B. ballsuchend auf eine andere Spielbahn hin bewege und dort gerade ein anderer Golfspieler einen Schlag ausführt und mich dessen Ball trifft, so ist mir zumindest ein Mitverschulden anzurechnen. Dies führt in der Regel zum Ausschluss oder der Minderung meiner möglichen Schadenersatzansprüche.
Allgemein gesagt bedeutet dies, dass jeder auf dem Golfplatz eine gewisse Verantwortung trägt, sowohl Schäden durch eigenes Tun beim Golfschlag, als auch als stehender, suchender oder laufender Golfspieler zu verhindern.

 

Die Höhe der Schadenersatzansprüche kann sehr beeinflusst werden, ob jemand fahrlässig oder grob fahrlässig gehandelt hat.
"Normale" Fahrlässigkeit ist dass Außerachtlassen der notwendigen Sorgfalt, um ein Schadenereignis zu verhindern.

Die grobe Fahrlässigkeit erfordert das außerordentliche Außerachtlassen der notwendigen Sorgfaltspflicht. Hier muss man, wenn man etwas tut, schon damit rechnen, dass ein Schaden eintreten könnte. Wenn ich meinen Ball schlage, obwohl der vor mir laufende Flight auf meiner Bahn nur z.B. 150 Meter entfernt ist, so muss ich damit rechnen, dass ich einen der Spieler mit meinem Ball treffen könnte.

Wenn ich meinen Ball schlage und auf einer parallel laufenden anderen Bahn stehen Golfer, der Schlag verunglückt mir dermaßen, dass er völlig unerwartet auf die andere Bahn fliegt und dort einen Spieler trifft, so würde hier lediglich Fahrlässigkeit vorliegen. Ich konnte nicht damit rechnen, dass ich einen darart verunglückten Ball schlagen würde, da bei mir ansonsten in der Regel solche Abschläge nicht vorkämen.

Im Übrigen schließt grobe Fahrlässigkeit den Versicherungschutz nicht unbedingt gänzlich aus. Hier ist immer der Einzelfall zu prüfen. Reguliert wird nach dem Grad des Verschuldens. Dies muss ggf. gerichtlich gerklärt werden.

 

Michael Stegemann

 

Urteil vom OLG Hamm

Hallo Golfer,

hier ein Urteil vom OLG Hamm vom 13.01.1997 (AZ: 6U 179/96):

 

"Der Golfsport gehört nicht zu den Kampfsportarten, bei denen infolge typischer sportlicher Härte leichte Regelverletzungen hinzunehmen sind, sondern zu den sogenannten parallelen Sportarten, bei denen jeder Teilnehmer auf die volle Regeleinhaltung vertrauen darf und andererseits für Schäden aus Regelverletzungen einzustehen hat."

 

Diesem, im "schönsten" Juristendeutsch gehaltenen Leitsatz des Oberlandesgerichts Hamm lag folgender Vorfall zugrunde: Bei einem Turnier war zwischen den Spielbahnen 9 und 10 ein Erfrischungsstand aufgebaut. Während sich dort gerade ein Damenflight (=Gruppe von Golfspielerinnen) erfrischte, schlug vom Abschlag Nummer 10 ein Turnierteilnehmer ab, dessen Ball 40 bis 50 Meter von der Ideallinie abwich. Der Ball flog geradewegs auf den Erfrischungsstand zu und verletzte eine der Turnierteilnehmerinnen an der Hand. Das Oberlandesgericht Hamm warf dem abschlagenden Golfspieler zumindest leichte Fahrlässigkeit vor und verurteilte ihn zum Ersatz des entstandenen Schadens. Da sich der Erfrischungsstand nur ca.130 Meter vom Abschlag entfernt befand, mußte er damit rechnen, daß sein Ball dort stehende Turnierteilnehmer treffen könnte. Unter diesen Umständen hätte er den Ball nicht spielen dürfen, bevor er nicht sicher sein konnte, daß die Mitspieler sich aus der Reichweite des abgeschlagenen Balls entfernt hatten.

 

Allerdings mußte sich die verletzte Mitspielerin ein Mitverschulden in Höhe von einem Drittel anrechnen lassen. Sie wußte, daß während des Turniers in dichter Folge gespielt wurde und die Herrengruppe darauf wartete, möglichst rasch abschlagen zu können. Unter diesen Umständen hätte es der gebotenen Vorsicht entsprochen, während des Gangs zum Getränkestand die dicht nachfolgende Gruppe im Auge zu behalten und auf Warnrufe zu achten, um notfalls einem abirrenden Ball ausweichen oder sich jedenfalls durch ein Abwenden vor Verletzungen schützen zu können.

 

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